Ein Spin-Off der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
27. Jahrgang (2024) - Ausgabe 4 (April) - ISSN 1619-2389
 
 KRISENMAGAZIN
   Zeitschrift für Krisenmanagement,
   Krisenkommunikation und Krisentraining
   ISSN 1867-7541
   www.krisenmagazin.de

Krisenpräventionsumfrage 2023 gewährt Einblicke in den Arbeitsalltag der Krisenmanager

Kiel - Knapp neun von zehn der befragten Unternehmen, Behörden und Verbände verfügen über einen Krisenstab (87 Prozent). Gut jede zweite Organisation hat einen Krisenbeauftragten benannt (60 Prozent) und zwei von drei Organisationen führen regelmäßig Krisenübungen durch (66 Prozent). In Behörden und Unternehmen musste jeder vierte Krisenfall im Technikumfeld bewältigt werden. Krisenmanager in Verbänden waren dreimal so oft von Medienkrisen betroffen wie ihre Kollegen in Unternehmen. Im Krisenstab sind im Durchschnitt 6,3 Abteilungen vertreten und Kommunikationsverantwortliche haben dort einen festen Platz (93 Prozent). Das sind einige Ergebnisse der Krisenpräventionsumfrage 2023.

Die Studie wird jährlich vom Krisennavigator – Institut für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, mit Unterstützung durch die Deutsche Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. (DGfKM) als Berufsverband der Krisenmanager durchgeführt. Für die aktuelle Studie wurden in der Zeit vom 09. März 2023 bis zum 05. Juni 2023 116 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, Behörden und Verbänden in der D-A-CH-Region befragt - insbesondere Mitglieder des Berufsverbandes und Teilnehmer (m/w/d) des Krisenkommunikationsgipfel 2023 in Köln sowie der Zertifikatslehrgänge zur Krisenkommunikation und zum Business Continuity Management bzw. Notfall- und Krisenmanagement.

Bei den Krisenursachen bzw. Krisentypen dominierten im Referenzjahr 2022 technikbezogene Krisenfälle (25 Prozent) – beispielsweise Cyberangriffe oder Brände. Mit deutlichem Abstand folgten menschenbezogene Krisenfälle (18 Prozent) wie schwere Unfälle oder Pandemien und medienbezogene Ereignisse (15 Prozent) – also Skandale und Enthüllungen zu Ungunsten der Organisationen. Nur etwa jeder neunte Krisenfall war auf Umweltprobleme (12 Prozent) oder Produktfehler (11 Prozent) zurückzuführen. Mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind 3 Prozent der Organisationen. Sie mussten beispielsweise Durchsuchungen ihrer Geschäftsräume oder Verhaftungen von Führungskräften bewältigen.

Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung des Krisenumfelds zeigten sich die befragten Krisenmanager wenig zuversichtlich. Einerseits erwarten sie eine zunehmende Vielfalt (67 Prozent) und Anzahl von Krisenfällen (56 Prozent) – gepaart mit einer höheren Komplexität (66 Prozent) und verstärkten Digitalisierung der Krisenbewältigung (59 Prozent). Andererseits rechnet nur jeder vierte Befragte im Gegenzug mit mehr Mitarbeitern im Krisenmanagement (27 Prozent) und steigenden Budgetmitteln zur Krisenprävention (24 Prozent). Mehr als die Hälfte erwarten bei der Personal- und Finanzausstattung (63 bzw. 57 Prozent) dagegen eine Stagnation und damit keine Veränderung ihrer Arbeitsbedingungen.

Die Langfassung der Krisenpräventionsumfrage 2023 (14 Seiten) ist in der Reihe "Arbeitspapier Krisennavigator" (ISSN 1610-1855) erschienen. Eine Kurzfassung kann unter www.krisenstatistik.de  abgerufen werden.

© 2023 Krisennavigator. Alle Rechte vorbehalten.
Stand der Informationen: 14. November 2023.


Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
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Kiel - Knapp neun von zehn der befragten Unternehmen, Behörden und Verbände verfügen über einen Krisenstab (87 Prozent). Gut jede zweite Organisation hat einen Krisenbeauftragten benannt (60 Prozent) und zwei von drei Organisationen führen regelmäßig Krisenübungen durch (66 Prozent). In Behörden und Unternehmen musste jeder vierte Krisenfall im Technikumfeld bewältigt werden. Krisenmanager in Verbänden waren dreimal so oft von Medienkrisen betroffen wie ihre Kollegen in Unternehmen. Im Krisenstab sind im Durchschnitt 6,3 Abteilungen vertreten und Kommunikationsverantwortliche haben dort einen festen Platz (93 Prozent). Das sind einige Ergebnisse der Krisenpräventionsumfrage 2023.

Die Studie wird jährlich vom Krisennavigator – Institut für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, mit Unterstützung durch die Deutsche Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. (DGfKM) als Berufsverband der Krisenmanager durchgeführt. Für die aktuelle Studie wurden in der Zeit vom 09. März 2023 bis zum 05. Juni 2023 116 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, Behörden und Verbänden in der D-A-CH-Region befragt - insbesondere Mitglieder des Berufsverbandes und Teilnehmer (m/w/d) des Krisenkommunikationsgipfel 2023 in Köln sowie der Zertifikatslehrgänge zur Krisenkommunikation und zum Business Continuity Management bzw. Notfall- und Krisenmanagement.

Bei den Krisenursachen bzw. Krisentypen dominierten im Referenzjahr 2022 technikbezogene Krisenfälle (25 Prozent) – beispielsweise Cyberangriffe oder Brände. Mit deutlichem Abstand folgten menschenbezogene Krisenfälle (18 Prozent) wie schwere Unfälle oder Pandemien und medienbezogene Ereignisse (15 Prozent) – also Skandale und Enthüllungen zu Ungunsten der Organisationen. Nur etwa jeder neunte Krisenfall war auf Umweltprobleme (12 Prozent) oder Produktfehler (11 Prozent) zurückzuführen. Mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind 3 Prozent der Organisationen. Sie mussten beispielsweise Durchsuchungen ihrer Geschäftsräume oder Verhaftungen von Führungskräften bewältigen.

Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung des Krisenumfelds zeigten sich die befragten Krisenmanager wenig zuversichtlich. Einerseits erwarten sie eine zunehmende Vielfalt (67 Prozent) und Anzahl von Krisenfällen (56 Prozent) – gepaart mit einer höheren Komplexität (66 Prozent) und verstärkten Digitalisierung der Krisenbewältigung (59 Prozent). Andererseits rechnet nur jeder vierte Befragte im Gegenzug mit mehr Mitarbeitern im Krisenmanagement (27 Prozent) und steigenden Budgetmitteln zur Krisenprävention (24 Prozent). Mehr als die Hälfte erwarten bei der Personal- und Finanzausstattung (63 bzw. 57 Prozent) dagegen eine Stagnation und damit keine Veränderung ihrer Arbeitsbedingungen.

Die Langfassung der Krisenpräventionsumfrage 2023 (14 Seiten) ist in der Reihe "Arbeitspapier Krisennavigator" (ISSN 1610-1855) erschienen. Eine Kurzfassung kann unter www.krisenstatistik.de  abgerufen werden.

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