Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
22. Jahrgang (2019) - Ausgabe 12 (Dezember) - ISSN 1619-2389
 

DIN CEN/TS 17091 -
Ein neuer Standard für das Krisenmanagement?

von Frank Roselieb

Geringe Akzeptanz krisennaher ISO-Standards in Deutschland

Bereits seit Mai 2012 liegt mit dem ISO-Standard 22301 eine international gültige Norm für das Business Continuity Management vor. Wirklich durchsetzen konnte sich der Standard in Deutschland allerdings nicht. So haben sich zwischen 2014 und 2017 gerade einmal 106 Organisationen in Deutschland nach ISO 22301 zertifizieren lassen. Zum Vergleich: In Großbritannien waren es im gleichen Zeitraum 2.030 Institutionen - also neunzehnmal so viele.

Einen neuen Anlauf hat das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) im Januar 2019 mit der Vornorm DIN CEN/TS 17091 unternommen. Auf insgesamt 44 Seiten legt das zuständige nationale Arbeitsgremium "Organisations- und Steuerungsnormen für den Bevölkerungsschutz" (NA 031-05-02 AA) im DIN-Normenausschuss "Feuerwehrwesen" (FNFW) so genannte "Strategische Grundsätze zum Krisenmanagement" in einer deutschen Fassung vor.

Übergreifende Grundsätze für das strategische Krisenmanagement

Die Vornorm gliedert sich in neun Kapitel. Dargestellt werden der Anwendungsbereich, die zentralen Begriffe, Grundlagen und Grundsätze des Krisenmanagements, das Vorgehen beim Aufbau einer Krisenmanagementfähigkeit, die Führung, Entscheidungsfindung und Kommunikation in einer Krise sowie das Trainieren, Validieren und Lernen aus Krisen.

Inhaltliche Basis ist das gleichnamige Dokument CEN/TS 17091 des Europäischen Komitees für Normung (CEN). Dieses wurde vom Technischen Komitee "Schutz und Sicherheit der Bürger" (CEN/TC 391) federführend erarbeitet und am 20. Mai 2018 zur vorläufigen Anwendung angenommen. In Deutschland sammelt der zuständige DIN-Normenausschuss "Feuerwehrwesen" (FNFW) derzeit Erfahrungen mit der DIN CEN/TS 17091.

Innovativer Ansatz mit Nachholbedarf bei Verständlichkeit und Praxisnähe

In der Reihe "Arbeitspapier Krisennavigator" (ISSN 1610-1855) hat sich Frank Roselieb, geschäftsführender Direktor des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, ausführlich mit der Vornorm beschäftigt. Er ist zugleich geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. (DGfKM), dem Berufsverband der Krisenmanager mit Sitz in Hamburg.

Danach gibt die DIN CEN/TS 17091 einen guten Überblick über die wünschenswerte Ausgestaltung des Krisenmanagements in Institutionen und liefert innovative Impulse für eine systematische Strukturierung der Aktivitäten im Organisationsalltag. Verbesserungswürdig sind sowohl die Verständlichkeit der Vornorm als auch ihre Praxisnähe. Zudem ist der Text nicht frei von Widersprüchen.

Quelle

Die Langfassung des Gutachtens (10 Seiten) ist in der Reihe "Arbeitspapier Krisennavigator" (ISSN 1610-1855) erschienen:

Frank Roselieb, DIN CEN/TS 17091 -
Ein neuer Standard für das Krisenmanagement?,
Arbeitspapier Krisennavigator (ISSN 1610-1855),
Kiel, 2019, 10 Seiten.

Autor

Frank Roselieb
Krisennavigator - Institut für Krisenforschung
Ein Spin-Off der Universität Kiel
Schauenburgerstraße 116
D-24118 Kiel
Telefon: +49 (0)431 907 - 26 10
Telefax: +49 (0)431 907 - 26 11
Internet: www.krisennavigator.de
E-Mail: roselieb@krisennavigator.de

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
22. Jahrgang (2019), Ausgabe 4 (April)


Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
© Krisennavigator 1998-2019. Alle Rechte vorbehalten. ISSN 1619-2389.
Internet:
www.krisennavigator.de | E-Mail: poststelle@ifk-kiel.de

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DIN CEN/TS 17091 -
Ein neuer Standard für das Krisenmanagement?

von Frank Roselieb

Geringe Akzeptanz krisennaher ISO-Standards in Deutschland

Bereits seit Mai 2012 liegt mit dem ISO-Standard 22301 eine international gültige Norm für das Business Continuity Management vor. Wirklich durchsetzen konnte sich der Standard in Deutschland allerdings nicht. So haben sich zwischen 2014 und 2017 gerade einmal 106 Organisationen in Deutschland nach ISO 22301 zertifizieren lassen. Zum Vergleich: In Großbritannien waren es im gleichen Zeitraum 2.030 Institutionen - also neunzehnmal so viele.

Einen neuen Anlauf hat das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) im Januar 2019 mit der Vornorm DIN CEN/TS 17091 unternommen. Auf insgesamt 44 Seiten legt das zuständige nationale Arbeitsgremium "Organisations- und Steuerungsnormen für den Bevölkerungsschutz" (NA 031-05-02 AA) im DIN-Normenausschuss "Feuerwehrwesen" (FNFW) so genannte "Strategische Grundsätze zum Krisenmanagement" in einer deutschen Fassung vor.

Übergreifende Grundsätze für das strategische Krisenmanagement

Die Vornorm gliedert sich in neun Kapitel. Dargestellt werden der Anwendungsbereich, die zentralen Begriffe, Grundlagen und Grundsätze des Krisenmanagements, das Vorgehen beim Aufbau einer Krisenmanagementfähigkeit, die Führung, Entscheidungsfindung und Kommunikation in einer Krise sowie das Trainieren, Validieren und Lernen aus Krisen.

Inhaltliche Basis ist das gleichnamige Dokument CEN/TS 17091 des Europäischen Komitees für Normung (CEN). Dieses wurde vom Technischen Komitee "Schutz und Sicherheit der Bürger" (CEN/TC 391) federführend erarbeitet und am 20. Mai 2018 zur vorläufigen Anwendung angenommen. In Deutschland sammelt der zuständige DIN-Normenausschuss "Feuerwehrwesen" (FNFW) derzeit Erfahrungen mit der DIN CEN/TS 17091.

Innovativer Ansatz mit Nachholbedarf bei Verständlichkeit und Praxisnähe

In der Reihe "Arbeitspapier Krisennavigator" (ISSN 1610-1855) hat sich Frank Roselieb, geschäftsführender Direktor des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, ausführlich mit der Vornorm beschäftigt. Er ist zugleich geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. (DGfKM), dem Berufsverband der Krisenmanager mit Sitz in Hamburg.

Danach gibt die DIN CEN/TS 17091 einen guten Überblick über die wünschenswerte Ausgestaltung des Krisenmanagements in Institutionen und liefert innovative Impulse für eine systematische Strukturierung der Aktivitäten im Organisationsalltag. Verbesserungswürdig sind sowohl die Verständlichkeit der Vornorm als auch ihre Praxisnähe. Zudem ist der Text nicht frei von Widersprüchen.

Quelle

Die Langfassung des Gutachtens (10 Seiten) ist in der Reihe "Arbeitspapier Krisennavigator" (ISSN 1610-1855) erschienen:

Frank Roselieb, DIN CEN/TS 17091 -
Ein neuer Standard für das Krisenmanagement?,
Arbeitspapier Krisennavigator (ISSN 1610-1855),
Kiel, 2019, 10 Seiten.

Autor

Frank Roselieb
Krisennavigator - Institut für Krisenforschung
Ein Spin-Off der Universität Kiel
Schauenburgerstraße 116
D-24118 Kiel
Telefon: +49 (0)431 907 - 26 10
Telefax: +49 (0)431 907 - 26 11
Internet: www.krisennavigator.de
E-Mail: roselieb@krisennavigator.de

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
22. Jahrgang (2019), Ausgabe 4 (April)

Deutsch   /  English 

Letzte Aktualisierung: Freitag, 6. Dezember 2019

       

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Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.

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