Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
19. Jahrgang (2016) - Ausgabe 7 (Juli) - ISSN 1619-2389
 

Praxis der Unternehmenssanierung

von Prof. Dr. Jens Leker

Der Luchterhand-Verlag hat auch in diesem Jahr seine Buchreihe zum Konkurs- und Insolvenzrecht stark ausgebaut So tragen zehn der mittlerweile 15 in dieser Rubrik aufgeführten Titel den Hinweis "neu", wobei es sich in sieben Fällen um Erstauflagen handelt.

Dietrich Fechner hat zu dieser Ausweitung mit zwei Titeln beigetragen: Zum einen als Mitautor am nunmehr in dritter Auflage vorgelegten Sanierungshandbuch und zum anderen mit der Monographie "Praxis der Unternehmenssanierung". Bei genauerem Hinsehen wird allerdings deutlich, daß es sich bei der vorgelegten Monographie weitestgehend um einen Auszug aus dem "Sanierungshandbuch" handelt, der die von Fechner bearbeiteten Teile als eigenständiges Werk zusammenfaßt.

Fechner bietet damit dem interessierten Leser die Möglichkeit, die von ihm zusammengestellten und kommentierten Erkenntnisse zur Praxis der Unternehmenssanierung in knapper und übersichtlicher Form nachzulesen. Hierbei legt er den Schwerpunkt auf die Aspekte Krisendiagnose, Krisenursachenanalyse, Zielbestimmung und Sanierungsplanung, die durch die kurze Behandlung ausgewählter Rechtsfragen in der Sanierung und eine knappe Darstellung zur Durchführung und Überwachung von Sanierungsmaßnahmen ergänzt werden.

Laut Klappentext schließt Fechners Werk eine Lücke in der deutschsprachigen Wirtschaftsliteratur, indem es umfassend und zugleich auf das Wesentliche komprimiert einen Überblick der sanierungsentscheidenden Schritte bei existenzbedrohenden Unternehmenskrisen bietet. Auch wenn man sich angesichts der vorliegenden Monographien zum Thema Krisenmanagement - stellvertretend sei in diesem Zusammenhang nur auf die Arbeiten von Gabele, Krystek, Uhlenbruck und Witte hingewiesen - nicht unbedingt der Ansicht anschließen muß, daß hier eine "Literaturlücke" vorliegt, ist es sicherlich richtig, wenn die weitgehend durch juristische Fragestellungen und Antworten dominierte Literatur zur Konkurs- und Sanierungsproblematik durch weitere stärker betriebswirtschaftlich orientierte Arbeiten ergänzt wird - eine Stärke, die gerade das bereits schon erwähnte "Sanierungshandbuch" von Hess/Fechner/Freund/Körner auszeichnet.

Fechner richtet sich mit seinem Werk ausdrücklich an die Praxis: Er will klare, unmißverständliche Handlungsempfehlungen geben und gleichzeitig die notwendige zielgerichtete Gestaltung des Sanierungsprozesses durch Checklisten und Maßnahmenkataloge unterstützen.

Erfreulich ist, daß er hierzu regelmäßig auf erprobte und empirisch geprüfte Konzepte der Krisenforschung zurückgreift. So stellt er unter anderem die Arbeiten von Hauschildt, Kraljic, Müller und Turnheim jeweils auf mehreren Seiten in Form von Originalauszügen vor. Mit seiner Auswahl erleichtert er dem interessierten Leser den Zugang zu interessanten Befunden und Konzepten der Krisenforschung. Es bleibt allerdings zu hoffen, daß der Verfasser die urheberrechtliche Problematik seiner Vorgehensweise durch entsprechende Verlagsanfragen geklärt hat.

Ergänzt werden diese Darstellungen durch eine Reihe sehr nützlicher und umfassender Checklisten, wie beispielsweise die Liste der 33 Krisensymptome auf den Seiten 43 und 44 oder die umfassende Aufzählung der Krisenmerkmalsanalyse im Einzel- und Betriebsvergleich, die auf den Seiten 58 bis 67 insgesamt weit über 200 Aspekte auflistet.

Auch wenn diese Ausführungen und Zusammenstellungen nützliche Hilfen für alle mit dem Krisenmanagement Beschäftigten liefern, sind einige einschränkende Bemerkungen angebracht. Das Ziel des Verfassers eine knappe und dennoch vollständige Zusammenfassung der wesentlichen Handlungshinweise des Stammwerkes "Sanierungshandbuch" zu liefern, führt zwangsläufig dazu, daß eine Reihe der Hinweise sehr einfach, normativ und aus dem Zusammenhang gelöst erscheinen. Der Verfasser erkennt diese Problematik und verweist dementsprechend an geeigneter Stelle auf die weitergehenden Ausführungen des Stammwerkes.

Faßt man die Stärken und Schwächen der vorliegenden Monographie zusammen, so sind insbesondere die klare und einfache Form der Darstellung und die Fülle der aufgezeigten Aspekte für ein erfolgreiches Sanierungsmanagement positiv hervorzuheben. Einschränkend wird deutlich, daß der Komplexität der Sanierungsproblematik in der gewählten knappen Form nicht ausreichend Rechnung getragen werden kann. Der mit dem Krisenmanagement im Unternehmen Beschäftigte kommt somit nicht umhin, auf weitere umfassendere Quellen zurückzugreifen. Damit stellt sich aber die Frage, ob nicht gleich die Anschaffung eines umfassenderen Nachschlagewerkes, wie beispielsweise das hier zugrundeliegende Nachschlagewerk "Sanierungshandbuch" von Hess/Fechner/Freund/Körner, erwogen werden sollte.

Dietrich Fechner,
Praxis der Unternehmenssanierung:
Analyse, Konzept und Durchführung,
Verlag Luchterhand, Neuwied, Kriftel, 1999,
330 Seiten, EUR 34.00,
ISBN 3-472-03259-6

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
2. Jahrgang (1999), Ausgabe 11 (November)


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Praxis der Unternehmenssanierung

von Prof. Dr. Jens Leker

Der Luchterhand-Verlag hat auch in diesem Jahr seine Buchreihe zum Konkurs- und Insolvenzrecht stark ausgebaut So tragen zehn der mittlerweile 15 in dieser Rubrik aufgeführten Titel den Hinweis "neu", wobei es sich in sieben Fällen um Erstauflagen handelt.

Dietrich Fechner hat zu dieser Ausweitung mit zwei Titeln beigetragen: Zum einen als Mitautor am nunmehr in dritter Auflage vorgelegten Sanierungshandbuch und zum anderen mit der Monographie "Praxis der Unternehmenssanierung". Bei genauerem Hinsehen wird allerdings deutlich, daß es sich bei der vorgelegten Monographie weitestgehend um einen Auszug aus dem "Sanierungshandbuch" handelt, der die von Fechner bearbeiteten Teile als eigenständiges Werk zusammenfaßt.

Fechner bietet damit dem interessierten Leser die Möglichkeit, die von ihm zusammengestellten und kommentierten Erkenntnisse zur Praxis der Unternehmenssanierung in knapper und übersichtlicher Form nachzulesen. Hierbei legt er den Schwerpunkt auf die Aspekte Krisendiagnose, Krisenursachenanalyse, Zielbestimmung und Sanierungsplanung, die durch die kurze Behandlung ausgewählter Rechtsfragen in der Sanierung und eine knappe Darstellung zur Durchführung und Überwachung von Sanierungsmaßnahmen ergänzt werden.

Laut Klappentext schließt Fechners Werk eine Lücke in der deutschsprachigen Wirtschaftsliteratur, indem es umfassend und zugleich auf das Wesentliche komprimiert einen Überblick der sanierungsentscheidenden Schritte bei existenzbedrohenden Unternehmenskrisen bietet. Auch wenn man sich angesichts der vorliegenden Monographien zum Thema Krisenmanagement - stellvertretend sei in diesem Zusammenhang nur auf die Arbeiten von Gabele, Krystek, Uhlenbruck und Witte hingewiesen - nicht unbedingt der Ansicht anschließen muß, daß hier eine "Literaturlücke" vorliegt, ist es sicherlich richtig, wenn die weitgehend durch juristische Fragestellungen und Antworten dominierte Literatur zur Konkurs- und Sanierungsproblematik durch weitere stärker betriebswirtschaftlich orientierte Arbeiten ergänzt wird - eine Stärke, die gerade das bereits schon erwähnte "Sanierungshandbuch" von Hess/Fechner/Freund/Körner auszeichnet.

Fechner richtet sich mit seinem Werk ausdrücklich an die Praxis: Er will klare, unmißverständliche Handlungsempfehlungen geben und gleichzeitig die notwendige zielgerichtete Gestaltung des Sanierungsprozesses durch Checklisten und Maßnahmenkataloge unterstützen.

Erfreulich ist, daß er hierzu regelmäßig auf erprobte und empirisch geprüfte Konzepte der Krisenforschung zurückgreift. So stellt er unter anderem die Arbeiten von Hauschildt, Kraljic, Müller und Turnheim jeweils auf mehreren Seiten in Form von Originalauszügen vor. Mit seiner Auswahl erleichtert er dem interessierten Leser den Zugang zu interessanten Befunden und Konzepten der Krisenforschung. Es bleibt allerdings zu hoffen, daß der Verfasser die urheberrechtliche Problematik seiner Vorgehensweise durch entsprechende Verlagsanfragen geklärt hat.

Ergänzt werden diese Darstellungen durch eine Reihe sehr nützlicher und umfassender Checklisten, wie beispielsweise die Liste der 33 Krisensymptome auf den Seiten 43 und 44 oder die umfassende Aufzählung der Krisenmerkmalsanalyse im Einzel- und Betriebsvergleich, die auf den Seiten 58 bis 67 insgesamt weit über 200 Aspekte auflistet.

Auch wenn diese Ausführungen und Zusammenstellungen nützliche Hilfen für alle mit dem Krisenmanagement Beschäftigten liefern, sind einige einschränkende Bemerkungen angebracht. Das Ziel des Verfassers eine knappe und dennoch vollständige Zusammenfassung der wesentlichen Handlungshinweise des Stammwerkes "Sanierungshandbuch" zu liefern, führt zwangsläufig dazu, daß eine Reihe der Hinweise sehr einfach, normativ und aus dem Zusammenhang gelöst erscheinen. Der Verfasser erkennt diese Problematik und verweist dementsprechend an geeigneter Stelle auf die weitergehenden Ausführungen des Stammwerkes.

Faßt man die Stärken und Schwächen der vorliegenden Monographie zusammen, so sind insbesondere die klare und einfache Form der Darstellung und die Fülle der aufgezeigten Aspekte für ein erfolgreiches Sanierungsmanagement positiv hervorzuheben. Einschränkend wird deutlich, daß der Komplexität der Sanierungsproblematik in der gewählten knappen Form nicht ausreichend Rechnung getragen werden kann. Der mit dem Krisenmanagement im Unternehmen Beschäftigte kommt somit nicht umhin, auf weitere umfassendere Quellen zurückzugreifen. Damit stellt sich aber die Frage, ob nicht gleich die Anschaffung eines umfassenderen Nachschlagewerkes, wie beispielsweise das hier zugrundeliegende Nachschlagewerk "Sanierungshandbuch" von Hess/Fechner/Freund/Körner, erwogen werden sollte.

Dietrich Fechner,
Praxis der Unternehmenssanierung:
Analyse, Konzept und Durchführung,
Verlag Luchterhand, Neuwied, Kriftel, 1999,
330 Seiten, EUR 34.00,
ISBN 3-472-03259-6

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
2. Jahrgang (1999), Ausgabe 11 (November)

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