Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
21. Jahrgang (2018) - Ausgabe 12 (Dezember) - ISSN 1619-2389
 
 KRISENMAGAZIN
   Zeitschrift für Krisenmanagement,
   Krisenkommunikation und Krisentraining
   ISSN 1867-7541
   www.krisenmagazin.de

"Es war unser Anspruch, alle sinnvollen Kommunikationskanäle auszuschöpfen"

20 Staatsoberhäupter, 6.000 Delegierte, 8.000 gewaltbereite Demonstranten, 31.000 Polizisten und 1,7 Millionen Einwohner - während des G20-Gipfels am 07. und 08. Juli 2017 stand die Hamburger Polizei vor der Herkules-Aufgabe, die Bürger und Gäste zu schützen und gleichzeitig kontinuierlich zu informieren. Timo Zill, Pressesprecher der Hamburger Polizei, erläutert im Rahmen des Krisenkommunikationsgipfel 2018 am 28. Februar 2018 in Hamburg, wie sein Team die polizeiliche Krisenkommunikation während des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs organisiert hat.

Krisenmagazin: Für den G20-Gipfel waren rund 31.000 Polizisten aus ganz Deutschland sowie aus den Nachbarländern im Einsatz. Hinzu kamen die Sicherheitsbeamten der Delegationen. Wie haben Sie das Gipfeltreffen kommunikativ vorbereitet und die polizeiliche Krisenkommunikation für den Fall von Eskalationen abgestimmt?

Timo Zill: Vor dem Hintergrund der komplexesten Einsatzlage, der sich eine deutsche Polizei jemals gegenüber sah, ist man natürlich gut beraten, auf das vorhandene Wissen der bundesdeutschen Polizei, wie bei der Bewältigung des G8-Gipfels in Elmau und des G7-Gipfels in Heiligendamm, zurückzugreifen. Dies haben wir natürlich getan. Darüber hinaus sind wir personell aus allen Bundesländern und von Bundessicherheitsbehörden unterstützt worden. Dies hat uns in die Lage versetzt, Öffentlichkeitsarbeit in einer für die Polizei Hamburg noch nie dagewesenen Form mit 300 Mitarbeitern durchzuführen. Erfolgsentscheidend war, bei dieser gigantischen Lage über Tage jederzeit über die entscheidenden Informationen verfügen zu können. Die Anfragen kamen aus aller Welt.

Krisenmagazin: Die Polizei Hamburg hat während des Gipfeltreffens eine Vielzahl von Kommunikationskänalen bedient - vom Twitter-Kanal über Bürgertelefone bis hin zu rund 200 Polizeibeamten in blauen Westen als Kommunikationsteams auf den Straßen. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Kommunikationsmix in der externen, bürgernahen Krisenkommunikation während des Gipfeltreffens gemacht?

Timo Zill: Die Polizei Hamburg ist eine sehr medienerfahrene Polizei. Allerdings war das Ereignis einerseits eine besondere Herausforderung im Hinblick auf aktuelle terroristische Bedrohungsszenarien. Andererseits spüren wir alle die Veränderungen in der digitalen und medialen Welt. Deswegen war es unser Anspruch, alle sinnvollen Kommunikationskanäle auszuschöpfen. Und da hat sich neben den klassischen O-Tönen die unmittelbare Informationsverbreitung über Twitter als unverzichtbar herausgestellt. Daneben wird es aber nach wie vor auch weiterhin den Bedarf an einer "Face to Face"-Kommunikation geben.

Krisenmagazin: Während des Gipfels waren Polizeibeamte im ganzen Stadtgebiet im Einsatz. Sie selbst haben zahlreiche Interviews vor Ort gegeben. Gleichzeitig gab es ständig Lageänderungen. Wie wurde die interne Krisenkommunikation der Polizei - also die Echtzeitinformation der Beamten - sichergestellt?

Timo Zill: Da sprechen Sie einen ganz wichtigen Punkt an. Natürlich gibt es eine interne Kommunikation hauptsächlich über Funk für die eingesetzten Kräfte. Das ist aber nicht ausreichend. Wir haben deshalb eine tägliche Einsatzzeitung - die "Hansemail" - in Papierform erstellt. Daneben haben wir eine kennwortgeschützte App aufgelegt, mit der wir hochaktuell Informationen per Smartphone an jede einzelne Einsatzkraft vor Ort übermitteln konnten.

© 2018 Krisennavigator. Alle Rechte vorbehalten.
Stand der Informationen: 11. Januar 2018.


Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
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Internet:
www.krisennavigator.de | E-Mail: poststelle@ifk-kiel.de

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20 Staatsoberhäupter, 6.000 Delegierte, 8.000 gewaltbereite Demonstranten, 31.000 Polizisten und 1,7 Millionen Einwohner - während des G20-Gipfels am 07. und 08. Juli 2017 stand die Hamburger Polizei vor der Herkules-Aufgabe, die Bürger und Gäste zu schützen und gleichzeitig kontinuierlich zu informieren. Timo Zill, Pressesprecher der Hamburger Polizei, erläutert im Rahmen des Krisenkommunikationsgipfel 2018 am 28. Februar 2018 in Hamburg, wie sein Team die polizeiliche Krisenkommunikation während des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs organisiert hat.

Krisenmagazin: Für den G20-Gipfel waren rund 31.000 Polizisten aus ganz Deutschland sowie aus den Nachbarländern im Einsatz. Hinzu kamen die Sicherheitsbeamten der Delegationen. Wie haben Sie das Gipfeltreffen kommunikativ vorbereitet und die polizeiliche Krisenkommunikation für den Fall von Eskalationen abgestimmt?

Timo Zill: Vor dem Hintergrund der komplexesten Einsatzlage, der sich eine deutsche Polizei jemals gegenüber sah, ist man natürlich gut beraten, auf das vorhandene Wissen der bundesdeutschen Polizei, wie bei der Bewältigung des G8-Gipfels in Elmau und des G7-Gipfels in Heiligendamm, zurückzugreifen. Dies haben wir natürlich getan. Darüber hinaus sind wir personell aus allen Bundesländern und von Bundessicherheitsbehörden unterstützt worden. Dies hat uns in die Lage versetzt, Öffentlichkeitsarbeit in einer für die Polizei Hamburg noch nie dagewesenen Form mit 300 Mitarbeitern durchzuführen. Erfolgsentscheidend war, bei dieser gigantischen Lage über Tage jederzeit über die entscheidenden Informationen verfügen zu können. Die Anfragen kamen aus aller Welt.

Krisenmagazin: Die Polizei Hamburg hat während des Gipfeltreffens eine Vielzahl von Kommunikationskänalen bedient - vom Twitter-Kanal über Bürgertelefone bis hin zu rund 200 Polizeibeamten in blauen Westen als Kommunikationsteams auf den Straßen. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Kommunikationsmix in der externen, bürgernahen Krisenkommunikation während des Gipfeltreffens gemacht?

Timo Zill: Die Polizei Hamburg ist eine sehr medienerfahrene Polizei. Allerdings war das Ereignis einerseits eine besondere Herausforderung im Hinblick auf aktuelle terroristische Bedrohungsszenarien. Andererseits spüren wir alle die Veränderungen in der digitalen und medialen Welt. Deswegen war es unser Anspruch, alle sinnvollen Kommunikationskanäle auszuschöpfen. Und da hat sich neben den klassischen O-Tönen die unmittelbare Informationsverbreitung über Twitter als unverzichtbar herausgestellt. Daneben wird es aber nach wie vor auch weiterhin den Bedarf an einer "Face to Face"-Kommunikation geben.

Krisenmagazin: Während des Gipfels waren Polizeibeamte im ganzen Stadtgebiet im Einsatz. Sie selbst haben zahlreiche Interviews vor Ort gegeben. Gleichzeitig gab es ständig Lageänderungen. Wie wurde die interne Krisenkommunikation der Polizei - also die Echtzeitinformation der Beamten - sichergestellt?

Timo Zill: Da sprechen Sie einen ganz wichtigen Punkt an. Natürlich gibt es eine interne Kommunikation hauptsächlich über Funk für die eingesetzten Kräfte. Das ist aber nicht ausreichend. Wir haben deshalb eine tägliche Einsatzzeitung - die "Hansemail" - in Papierform erstellt. Daneben haben wir eine kennwortgeschützte App aufgelegt, mit der wir hochaktuell Informationen per Smartphone an jede einzelne Einsatzkraft vor Ort übermitteln konnten.

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Stand der Informationen: 11. Januar 2018.

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Letzte Aktualisierung: Freitag, 14. Dezember 2018

       

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