Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
19. Jahrgang (2016) - Ausgabe 9 (September) - ISSN 1619-2389
 

Der Skandal und die Medien - Ringvorlesung an der Universität Tübingen mit prominenten Gästen

Tübingen - Welche Ereignisse lösen öffentliche Empörung aus, welche nicht? Lassen sich Skandale steuern? Wie wird der Prozess der Skandalisierung von den Betroffenen erlebt? Was verrät der Eklat über den Moralkodex einer Gesellschaft? Diese Fragen werden in einer öffentlichen Ringvorlesung des Instituts für Medienwissenschaft der Universität Tübingen behandelt. Antworten und Forschungsergebnisse liefern Vertreter aus Wissenschaft und Praxis. Die Veranstaltungsreihe ist öffentlich und beginnt am 21. April 2011. Die Vorträge finden jeweils donnerstags in der Zeit von 18 bis 20 Uhr. Veranstaltungsort ist der Kupferbau der Universität Tübingen (Hölderlinstraße 5, D-72074 Tübingen).

In der Reihe berichtet der Spiegel-Redakteur Sebastian Knauer über die Barschel-Affäre, die zum Sturz des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten führte. Der PR-Berater Dietmar Ecker erläutert, wie Krisenmanagement unter Extrembedingungen funktioniert. Er verdeutlicht, welche Strategien er anwendete, um zu verhindern, dass das Entführungsopfer Natascha Kampusch auch ein Opfer der Presse wurde. Der Autor Rainer Nübel, Mitglied der Reportageagentur Zeitenspiegel, schildert die Schwierigkeiten einer Enthüllungsrecherche in der eigenen Nahwelt und analysiert das stets prekäre Spannungsverhältnis von Nähe und Distanz.

Der Krisenberater Frank Roselieb zeigt, welchen Beitrag die Krisenforschung zur Skandalbewältigung liefern kann. Professor Klaus Kocks, ehemals Kommunikationsvorstand bei VW, spricht über das so genannte "Fukushima-Paradox" ("das Unfassbare fassen sollen, das Unsägliche sagen wollen"). Und der ehemalige Chefredakteur (VOX) und heutige Berater Klaus-Peter Schmidt-Deguelle analysiert den Skandal in der Politik – unter den Bedingungen des Medienhypes in der Hauptstadt. Abschließend sprechen die Medienforscher Professor Hans Mathias Kepplinger (Mainz) und Professor Georg Franck (Wien) über Mechanismen der Skandalisierung.

Der Tübinger Medienwissenschaftler und Organisator der Vorlesungsreihe, Professor Bernhard Pörksen, sagt: "Der Skandal ist längst allgegenwärtig. Die Beobachtung von Skandalisierungsprozessen erlaubt es, das moralische Nervenkostüm einer Gesellschaft zu studieren. Im Moment der öffentlichen Empörung erkennen wir, was gilt oder doch gelten sollte. Im Skandalschrei offenbaren Einzelne oder auch ganze Nationen ihr Verständnis von Normalität."

© 2011 Krisennavigator. Alle Rechte vorbehalten.
Stand der Informationen: 13. April 2011.


Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
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Tübingen - Welche Ereignisse lösen öffentliche Empörung aus, welche nicht? Lassen sich Skandale steuern? Wie wird der Prozess der Skandalisierung von den Betroffenen erlebt? Was verrät der Eklat über den Moralkodex einer Gesellschaft? Diese Fragen werden in einer öffentlichen Ringvorlesung des Instituts für Medienwissenschaft der Universität Tübingen behandelt. Antworten und Forschungsergebnisse liefern Vertreter aus Wissenschaft und Praxis. Die Veranstaltungsreihe ist öffentlich und beginnt am 21. April 2011. Die Vorträge finden jeweils donnerstags in der Zeit von 18 bis 20 Uhr. Veranstaltungsort ist der Kupferbau der Universität Tübingen (Hölderlinstraße 5, D-72074 Tübingen).

In der Reihe berichtet der Spiegel-Redakteur Sebastian Knauer über die Barschel-Affäre, die zum Sturz des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten führte. Der PR-Berater Dietmar Ecker erläutert, wie Krisenmanagement unter Extrembedingungen funktioniert. Er verdeutlicht, welche Strategien er anwendete, um zu verhindern, dass das Entführungsopfer Natascha Kampusch auch ein Opfer der Presse wurde. Der Autor Rainer Nübel, Mitglied der Reportageagentur Zeitenspiegel, schildert die Schwierigkeiten einer Enthüllungsrecherche in der eigenen Nahwelt und analysiert das stets prekäre Spannungsverhältnis von Nähe und Distanz.

Der Krisenberater Frank Roselieb zeigt, welchen Beitrag die Krisenforschung zur Skandalbewältigung liefern kann. Professor Klaus Kocks, ehemals Kommunikationsvorstand bei VW, spricht über das so genannte "Fukushima-Paradox" ("das Unfassbare fassen sollen, das Unsägliche sagen wollen"). Und der ehemalige Chefredakteur (VOX) und heutige Berater Klaus-Peter Schmidt-Deguelle analysiert den Skandal in der Politik – unter den Bedingungen des Medienhypes in der Hauptstadt. Abschließend sprechen die Medienforscher Professor Hans Mathias Kepplinger (Mainz) und Professor Georg Franck (Wien) über Mechanismen der Skandalisierung.

Der Tübinger Medienwissenschaftler und Organisator der Vorlesungsreihe, Professor Bernhard Pörksen, sagt: "Der Skandal ist längst allgegenwärtig. Die Beobachtung von Skandalisierungsprozessen erlaubt es, das moralische Nervenkostüm einer Gesellschaft zu studieren. Im Moment der öffentlichen Empörung erkennen wir, was gilt oder doch gelten sollte. Im Skandalschrei offenbaren Einzelne oder auch ganze Nationen ihr Verständnis von Normalität."

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