Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
19. Jahrgang (2016) - Ausgabe 8 (August) - ISSN 1619-2389
 

Krisenmanagement in Kleinbetrieben

Rezension von Frank Roselieb

Rund 37.700 Unternehmenszusammenbrüche wurden 2002 in Deutschland gezählt. Fast zwei Drittel der Pleitefirmen hatten höchstens fünf Beschäftigte. Während große börsennotierte Aktiengesellschaften zur Einrichtung von Frühwarnsystemen gesetzlich verpflichtet sind, geraten viele Kleinunternehmen und mittelständische Betriebe scheinbar "über Nacht" in eine existenzbedrohende Schieflage. Doch auch bei Firmen dieser Größenordnung haben eine akute Zahlungsunfähigkeit oder die bilanzielle Überschuldung meistens einen längeren Vorlauf.

Der Praxisratgeber "Krisenmanagement" der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) beschreibt u.a. den Weg in die Krise und analysiert die häufigsten Krisenursachen. Autor Matthias Salm aus Berlin zeigt die Möglichkeiten einer vorausschauenden Krisenprävention auf und nennt Anlaufstellen für Not leidende Firmen. Die Neuerungen der Insolvenzordnung und die Regelungen des Konsultationspapiers Basel II werden dabei genauso gestreift wie mögliche Finanzierungsfehler bei der Betriebsgründung und Aspekte der Unternehmensnachfolg

  • Das erste Kapitel widmet sich dem Unternehmen in der Krise. Kurz dargestellt werden die einzelnen Phasen der Krise und Typen besonders gefährdeter Firmen - vom Unternehmen mit nur einem Standbein über den ausschließlich technisch orientierten Betrieb bis hin zum zu stark diversifizierten Unternehmen. Kapitel zwei streift kurz die wesentlichen Regelungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) und skizziert mögliche Auswirkungen des Konsultationspapiers Basel II auf kleine und mittelständische Betriebe.
  • Das knapp 40 Seiten umfassende dritte Kapitel erläutert im Detail die vier betrieblichen Erfolgsfaktoren Management, Controlling, Personal und Marketing. Verschiedene Checklisten und kurze Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis machen die Darstellung anschaulich und leicht verständlich. Recht kurz gehalten sind die Ausführungen in Kapitel vier zur Schaffung eines integrierten Risikomanagements. Warum diese zweieinhalb Seiten nicht gleich zusammen mit den gesetzlichen Grundlagen des Risikomanagements in Kapitel zwei präsentiert wurden, bleibt unklar.
  • Die beiden folgenden Kapitel widmen sich zwei speziellen Krisenherden. Mögliche Fehler bei der Existenzgründung werden im fünften Kapitel diskutiert. Das Spektrum potentieller Fehltritte reicht von einer falschen Standortentscheidung über Fehler bei der Rechtsformwahl bis hin zu Finanzierungsmängeln. Kapitel sechs erläutert in zehn Schritten den Weg einer erfolgreichen Betriebsübergabe und zeigt dabei auch Alternativen zur klassischen Familiennachfolge auf - beispielsweise einen Management-Buy-out oder die Gründung einer Stiftung.
  • Erste Hilfe für Unternehmen in akuten Krisen offeriert das siebte Kapitel. Kurz vorgestellt werden verschiedene Initiativen der DtA - beispielsweise die Runden Tische zusammen mit den Industrie- und Handelskammern, die gbb-Beteiligungs-AG mit Sitz in Berlin sowie die Nachfolgebörse Change/Chance im Internet. Eine Darstellung der Sanierungsmöglichkeiten nach dem neuen Insolvenzrecht in Kapitel acht und ein ausführliches Schlagwortregister beschließen das Buch.

Seinem selbstgesetzten Ziel, die Inhaber kleiner und mittelständischer Betriebe für mögliche Gefahren des Unternehmerdaseins zu sensibilisieren und das nötige Bewusststein für eine frühzeitige Krisenprävention zu schaffen, wird das Buch sicherlich gerecht. Wer vertiefende Informationen sucht, wird vom Autor zurecht auf die mittlerweile zahlreich vorhandene Fachliteratur oder an spezialisierte Unternehmensberater verwiesen. Die Lektüre des Buchs sei daher vor allem kaufmännisch wenig vorgebildeten Inhabern von Kleinbetrieben empfohlen, die sich entweder in einer akuten Notlage einen schnellen Überblick über mögliche Handlungsalternativen verschaffen möchten oder vorausschauend Informationen zu Aspekten der Krisenprävention suchen.

Deutsche Ausgleichsbank (Hrsg.),
Krisenmanagement:
Strategien gegen die Insolvenzgefahr
in kleinen und mittleren Unternehmen,
Frankfurter Allgemeine Buch,
Frankfurt am Main, 2002,
116 Seiten, EUR 20.90,
ISBN 3-89843-088-X

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Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
6. Jahrgang (2003), Ausgabe 5 (Mai)


Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
© Krisennavigator 1998-2016. Alle Rechte vorbehalten.
Internet:
www.krisennavigator.de | E-Mail: poststelle@ifk-kiel.de

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Rund 37.700 Unternehmenszusammenbrüche wurden 2002 in Deutschland gezählt. Fast zwei Drittel der Pleitefirmen hatten höchstens fünf Beschäftigte. Während große börsennotierte Aktiengesellschaften zur Einrichtung von Frühwarnsystemen gesetzlich verpflichtet sind, geraten viele Kleinunternehmen und mittelständische Betriebe scheinbar "über Nacht" in eine existenzbedrohende Schieflage. Doch auch bei Firmen dieser Größenordnung haben eine akute Zahlungsunfähigkeit oder die bilanzielle Überschuldung meistens einen längeren Vorlauf.

Der Praxisratgeber "Krisenmanagement" der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) beschreibt u.a. den Weg in die Krise und analysiert die häufigsten Krisenursachen. Autor Matthias Salm aus Berlin zeigt die Möglichkeiten einer vorausschauenden Krisenprävention auf und nennt Anlaufstellen für Not leidende Firmen. Die Neuerungen der Insolvenzordnung und die Regelungen des Konsultationspapiers Basel II werden dabei genauso gestreift wie mögliche Finanzierungsfehler bei der Betriebsgründung und Aspekte der Unternehmensnachfolg

Seinem selbstgesetzten Ziel, die Inhaber kleiner und mittelständischer Betriebe für mögliche Gefahren des Unternehmerdaseins zu sensibilisieren und das nötige Bewusststein für eine frühzeitige Krisenprävention zu schaffen, wird das Buch sicherlich gerecht. Wer vertiefende Informationen sucht, wird vom Autor zurecht auf die mittlerweile zahlreich vorhandene Fachliteratur oder an spezialisierte Unternehmensberater verwiesen. Die Lektüre des Buchs sei daher vor allem kaufmännisch wenig vorgebildeten Inhabern von Kleinbetrieben empfohlen, die sich entweder in einer akuten Notlage einen schnellen Überblick über mögliche Handlungsalternativen verschaffen möchten oder vorausschauend Informationen zu Aspekten der Krisenprävention suchen.

Deutsche Ausgleichsbank (Hrsg.),
Krisenmanagement:
Strategien gegen die Insolvenzgefahr
in kleinen und mittleren Unternehmen,
Frankfurter Allgemeine Buch,
Frankfurt am Main, 2002,
116 Seiten, EUR 20.90,
ISBN 3-89843-088-X

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Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
6. Jahrgang (2003), Ausgabe 5 (Mai)

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