Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
19. Jahrgang (2016) - Ausgabe 6 (Juni) - ISSN 1619-2389
 

"Den Dialog mit Kritikern suchen" –
Wie T-Mobile die Risikokommunikation organisiert

von Cornelia Szyszkowitz

Überblick

Um an möglichst vielen Orten per Handy erreichbar zu sein, müssen flächendeckend Mobilfunkstationen errichtet werden. An einzelnen Standorten stellen Bürgerinitiativen die gesundheitliche Unbedenklichkeit und Notwendigkeit des Mobilfunks in Frage. Sie vermuten einen Zusammenhang zwischen so genanntem "Elektrosmog" und gesundheitlichen Beschwerden der Anwohner. Diese öffentliche Diskussion über die "Elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt" (EMVU) hat Mobilfunkunternehmen vor neue kommunikative Herausforderungen gestellt.

In der öffentlichen Debatte lassen sich zwei Risiken unterscheiden. Das primäre Risiko betrifft die Umweltverträglichkeit elektromagnetischer Felder, mit der sich vor allem die wissenschaftliche Forschung beschäftigt. Die überwiegende Mehrheit der wissenschaftlichen Studien kommt zu dem Schluss, dass keine Gesundheitsgefährdung von der Mobilfunktechnik, wie sie heute eingesetzt wird, zu befürchten ist. Dieses Ergebnis kann derzeit als wissenschaftlich gesichert angesehen werden. Das sekundäre Risiko entstand durch die gesellschaftliche Debatte um die EMVU-Thematik, die im Jahr 2001 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Auf Branchenebene gingen die Netzbetreiber freiwillige Selbstverpflichtungen ein, bauten eine Datenbank aller Mobilfunkstandorte in Deutschland auf und eröffneten das Informationszentrum Mobilfunk in Berlin. T-Mobile hat u.a. interdisziplinäre Expertenteams zur Risikobewertung und zur Risikokommunikation mit allen Stakeholdern eingerichtet. Neben einer zentralen EMVU-Abteilung in Darmstadt wurden auch dezentrale EMVU-Beauftragte in den einzelnen T-Mobile-Niederlassungen benannt sowie Kommunalbeauftragte für die Zusammenarbeit mit den Kommunen geschult.

Mitarbeiter von T-Mobile wirken in ihrem privaten Umfeld als Multiplikatoren und können sich durch unternehmensinterne Medien und EMVU-Infotage regelmäßig über neue Erkenntnisse und Entwicklungen informieren. Für die breite Öffentlichkeit wurden auf der Internet-Seite von T-Mobile zahlreiche Informationen über EMVU veröffentlicht. Das Unternehmen setzt sich auch mit mobilfunkkritischen Institutionen auseinander. Gerade dieser offene und sensible Dialog mit Kritikern trägt entscheidend zur Glaubwürdigkeit der Risikokommunikation von T-Mobile bei.

Über die Autorin

Cornelia Szyszkowitz ist seit 2001 Fachleiterin Risikokommunikation in der Abteilung Umwelt, EMVU und Nachhaltigkeit bei T-Mobile Deutschland in Darmstadt.

Cornelia Szyszkowitz

Langfassung

Die ausführliche Fallstudie mit zahlreichen Detailinformationen ist im folgenden Sammelband enthalten:

Frank Roselieb / Marion Dreher (Hrsg.),
Krisenmanagement in der Praxis:
Von erfolgreichen Krisenmanagern lernen,
Erich Schmidt Verlag, Berlin,
2008, 276 Seiten, EUR 49,95
ISBN 978-3-503-10090-3

| Inhalt | Bestellen |

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
10. Jahrgang (2007), Ausgabe 9 (September)


Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
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"Den Dialog mit Kritikern suchen" –
Wie T-Mobile die Risikokommunikation organisiert

von Cornelia Szyszkowitz

Überblick

Um an möglichst vielen Orten per Handy erreichbar zu sein, müssen flächendeckend Mobilfunkstationen errichtet werden. An einzelnen Standorten stellen Bürgerinitiativen die gesundheitliche Unbedenklichkeit und Notwendigkeit des Mobilfunks in Frage. Sie vermuten einen Zusammenhang zwischen so genanntem "Elektrosmog" und gesundheitlichen Beschwerden der Anwohner. Diese öffentliche Diskussion über die "Elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt" (EMVU) hat Mobilfunkunternehmen vor neue kommunikative Herausforderungen gestellt.

In der öffentlichen Debatte lassen sich zwei Risiken unterscheiden. Das primäre Risiko betrifft die Umweltverträglichkeit elektromagnetischer Felder, mit der sich vor allem die wissenschaftliche Forschung beschäftigt. Die überwiegende Mehrheit der wissenschaftlichen Studien kommt zu dem Schluss, dass keine Gesundheitsgefährdung von der Mobilfunktechnik, wie sie heute eingesetzt wird, zu befürchten ist. Dieses Ergebnis kann derzeit als wissenschaftlich gesichert angesehen werden. Das sekundäre Risiko entstand durch die gesellschaftliche Debatte um die EMVU-Thematik, die im Jahr 2001 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Auf Branchenebene gingen die Netzbetreiber freiwillige Selbstverpflichtungen ein, bauten eine Datenbank aller Mobilfunkstandorte in Deutschland auf und eröffneten das Informationszentrum Mobilfunk in Berlin. T-Mobile hat u.a. interdisziplinäre Expertenteams zur Risikobewertung und zur Risikokommunikation mit allen Stakeholdern eingerichtet. Neben einer zentralen EMVU-Abteilung in Darmstadt wurden auch dezentrale EMVU-Beauftragte in den einzelnen T-Mobile-Niederlassungen benannt sowie Kommunalbeauftragte für die Zusammenarbeit mit den Kommunen geschult.

Mitarbeiter von T-Mobile wirken in ihrem privaten Umfeld als Multiplikatoren und können sich durch unternehmensinterne Medien und EMVU-Infotage regelmäßig über neue Erkenntnisse und Entwicklungen informieren. Für die breite Öffentlichkeit wurden auf der Internet-Seite von T-Mobile zahlreiche Informationen über EMVU veröffentlicht. Das Unternehmen setzt sich auch mit mobilfunkkritischen Institutionen auseinander. Gerade dieser offene und sensible Dialog mit Kritikern trägt entscheidend zur Glaubwürdigkeit der Risikokommunikation von T-Mobile bei.

Über die Autorin

Cornelia Szyszkowitz ist seit 2001 Fachleiterin Risikokommunikation in der Abteilung Umwelt, EMVU und Nachhaltigkeit bei T-Mobile Deutschland in Darmstadt.

Cornelia Szyszkowitz

Langfassung

Die ausführliche Fallstudie mit zahlreichen Detailinformationen ist im folgenden Sammelband enthalten:

Frank Roselieb / Marion Dreher (Hrsg.),
Krisenmanagement in der Praxis:
Von erfolgreichen Krisenmanagern lernen,
Erich Schmidt Verlag, Berlin,
2008, 276 Seiten, EUR 49,95
ISBN 978-3-503-10090-3

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Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
10. Jahrgang (2007), Ausgabe 9 (September)

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Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 30. Juni 2016

       

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